Der Lechfall in Füssen

Ein imposantes Naturschauspiel: Der Lechfall in Füssen

Der Lechfall in Füssen bietet ein imposantes Naturschauspiel, das sich von einem Steg aus nächster Nähe bestaunen lässt. Die tosenden Wassermassen des Lechs stürzen sich hier über 12 Meter in die Tiefe und strömen in die Lechschlucht, die bereits vor über 12000 Jahren in der Würmeiszeit entstand.

Der ca. 264 Kilometer lange Lech ist einer der letzten Wildflüsse Europas und fasziniert die Menschen schon seit Jahrhunderten. Das Beeindruckendste am „letzten Wilden“, wie der Lech auch genannt wird, ist seine zauberhafte Farbe, die von türkis bis jadegrün reicht und von seiner außergewöhnlich niedrigen Wassertemperatur und einem hohen Mineralstoffgehalt im Wasser herrührt. Der Lech entspringt im österreichischen Vorarlberg und fließt durch Tirol und Südbayern, bevor er den Lechfall in Füssen erreicht, wo er ein letztes Mal seinen wilden Charakter demonstriert. Schließlich mündet er bei der nördlich von Augsburg gelegenen Stadt Rain in die Donau. In Füssen hat der Fluss seit jeher einen hohen Stellenwert; im Mittelalter nutzten die heimischen Flößer ihn, um ihre Waren zu transportieren und heute spielt er für die Energiegewinnung eine gewichtige Rolle. Allgäu-Urlauber sollten einen Ausflug zum Füssener Lechfall nicht verpassen, bei dem sie den Lech in seiner ganzen rohen Kraft erleben und ein eindrucksvolles Naturschauspiel beobachten können.

Der Lechfall ist ein Ende des 18. Jahrhunderts errichtetes, etwa 12 Meter hohes Stauwehr, das in kompletter Breite vom Lech überströmt wird. Der Lechfall wurde hauptsächlich zur Nutzung der Wasserkraft errichtet, wenngleich auch die touristische Anziehungskraft bei der Planung des Wasserfalls damals schon eine Rolle gespielt haben mag. Über fünf Stufen fallen die tosenden Wassermassen des Lechs hier in eine enge Klamm – die Lechschlucht. Diese entstand bereits vor etwa 12000 Jahren in der Würmeiszeit durch das Schmelzwasser der Lechgletscher. Heute sind die Schlucht und der Lechfall offiziell beim Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop ausgewiesen, das zudem zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns gehört. Direkt über den Lechfall führt der 1895 errichtete König Max Steg, der nach dem bayerischen König Maximilian II. benannt wurde, der hier ganz in der Nähe auch das romantische Wohnschloss Hohenschwangau errichten ließ und maßgeblich zur heutigen touristischen Bedeutung der Region beigetragen hat. Von dieser Brücke aus kann man das imposante Naturspektakel des Lechfalls aus allernächste Nähe bestaunen. In einer Nische über der Lechschlucht befindet sich eine kunstvoll gestaltete Büste von Maximilian II. mitsamt einer Tafel, die den Dank der Stadt Füssen ihm gegenüber ausdrückt.

Ebenfalls direkt beim Lechfall lässt sich der sogenannte Magnustritt entdecken. Bei diesem Einzeldenkmal handelt es sich um eine eiserne Muschel, die zwei schuhförmigen Vertiefungen ähnelt. An der Stelle des Magnustritts sprang der Sage nach der heilige Magnus auf der Flucht vor Verfolgern über den Fluss. Noch bis 1920 kamen deswegen Wallfahrer hier an den Lechfall. Der heilige Magnus ist der Füssener Stadtpatron und gilt als Gründer und erster Abt des Klosters St. Mang, das sich in der romantischen Füssener Altstadt bestaunen lässt.

Für alle Wanderfreunde interessant ist, dass der Lechfall offizieller Endpunkt des seit 2012 bestehenden Lechwegs ist – einem abwechslungsreichen Weitwanderweg, der als erster Fernwanderweg in Europa mit dem Gütesiegel „Leading Quality Trail – Best of Europe“ ausgezeichnet wurde. Wanderer können nach der Besichtigung des Lechfalls von hier aus also direkt zu einer Schnupperetappe aufbrechen.

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